Quick answer
Bei MHS Pferdesport richtet sich die passende Pferdedecke nach drei Messwerten: der Widerristlänge für die Größe, dem Füllgewicht für die Wärme und der Denier-Zahl des Außenmaterials für die Robustheit. Unsere Outdoordecken reichen von ungefütterten Regenschutzmodellen bis zu warm gefütterten Varianten mit robustem 600D- bis 1200D-Ripstop-Außenmaterial.
Jeden Herbst dieselbe Frage im Stall: Welche Decke jetzt, welche Größe, wie viel Gramm Füllung? Viele Reiter orientieren sich am Kalender oder an dem, was der Stallnachbar gerade aufzieht, dabei hängt die richtige Wahl von drei Zahlen ab, die jeder selbst am eigenen Pferd nachmessen kann.
Ich bekomme diese Frage bei uns im Shop mit als Erstes gestellt, sobald die Temperaturen fallen. Die Antwort ist selten „eine Decke für alles“, sondern eine Kombination aus Haltungsform, Fellzustand und Stalltemperatur, die sich in konkrete Werte übersetzen lässt: Zentimeter für die Größe, Gramm für die Wärme, Denier für die Festigkeit des Stoffes.
Im Folgenden gehe ich die einzelnen Entscheidungen durch, von Outdoor- gegen Stalldecke über die Messung am Pferd bis zu den Ausstattungsdetails, die im Alltag den Unterschied machen.
- Die Haltungsform (Weide oder Stall) entscheidet vor der Größe oder dem Füllgewicht, welche Deckenart überhaupt in Frage kommt.
- Widerristlänge, Füllgewicht in Gramm und Denier-Zahl sind drei getrennte Werte, die jeweils eine andere Eigenschaft der Decke bestimmen: Größe, Wärme und Robustheit.
- Kreuzbegurtung, Widerristschutz und abnehmbare Beinschnüre sind bei Ragna und Thora feste Serienausstattung, bei Frida, Turi und Dime dagegen nur teilweise oder gar nicht angegeben.
- Wasserdicht und atmungsaktiv sind zwei unabhängige Materialeigenschaften, die beide ausdrücklich angegeben sein müssen, nicht nur eine der beiden.
- Regelmäßiges Ausbürsten vor dem Waschen und vollständiges Durchtrocknen danach entscheiden mit darüber, wie lange die Wasserdichtigkeit einer Decke erhalten bleibt.
Outdoordecke oder Stalldecke: Was braucht mein Pferd zuerst?
Ob Ihr Pferd eine Outdoordecke oder eine Stalldecke braucht, hängt zuerst von der Haltungsform ab, nicht von der Jahreszeit. Outdoordecken sind für die Weide gebaut: Sie müssen wasserdicht und winddicht sein und ein robustes Außenmaterial haben, das an Zäunen, Ästen oder beim Toben mit anderen Pferden nicht sofort reißt.
Stalldecken haben eine andere Aufgabe. Sie schützen vor Kälte und Zugluft in der Box, brauchen aber kein wasserdichtes Außenmaterial, weil sie nie mit Regen in Berührung kommen.
Die Outdoor-Decke Frida zeigt, wie das Robustheitsprinzip bei Weidedecken umgesetzt wird: Ihr 1200D-Ripstop-Außenmaterial ist wasserdicht und atmungsaktiv und damit für Pferde geeignet, die viele Stunden am Stück draußen stehen.
Wer sein Pferd sowohl im Stall als auch auf der Weide hält, kommt selten mit einer einzigen Decke aus. In der Praxis braucht es meist zwei getrennte Decken statt einer Kompromisslösung, die für keinen der beiden Einsätze wirklich passt.
Diese Grundsatzfrage, Outdoor gegen Stall, steht deshalb vor allen weiteren Entscheidungen. Erst danach lohnt es sich, über Füllgewicht oder Größe nachzudenken.
Wie messe ich die richtige Deckengröße für mein Pferd?
Die Deckengröße für Ihr Pferd messen Sie von der Mitte der Brust über die Schulter bis zum äußersten Punkt der Kruppe, in Zentimetern. Dieses Maß entspricht direkt der Größenangabe auf dem Etikett, ein Nachrechnen oder Umrechnen ist nicht nötig.
Eine zu kleine Decke drückt am Widerrist und an den Schultern, jeder Schritt wird dann zur Reibung an genau diesen Stellen. Eine zu große Decke rutscht dagegen und scheuert am Übergang zu Bein und Hals, weil dort zu viel Stoff lose hängt.
Liegt das gemessene Maß zwischen zwei Größen, würde ich immer zur größeren Variante greifen. Ein passendes Deckengurt-Set gleicht den zusätzlichen Spielraum am Bauch aus und lässt sich jederzeit nachjustieren.
Bei der Bauchbegurtung selbst macht die Bauform einen Unterschied. Die Kreuzbegurtung, wie sie die Outdoor-Decke Ragna 600D 100 GSM und die Outdoor-Decke Thora 600D 200 GSM mitbringen, verteilt den Zug über zwei sich kreuzende Gurte und gleicht kleine Messungenauigkeiten am Bauch spürbar besser aus als ein einzelner, gerader Bauchgurt.
Welches Füllgewicht in Gramm passt zu meinem Pferd?
Das Füllgewicht einer Pferdedecke wird in Gramm angegeben und beschreibt die Wärmeleistung der Fütterung, unabhängig vom Außenmaterial. Zwei Decken aus demselben 600D-Ripstop-Stoff können also völlig unterschiedlich warm sein, je nachdem, wie viel Gramm Füllung darunter liegt.
0 Gramm, also ungefütterte Decken, eignen sich vor allem als reiner Regenschutz ohne Wärmefunktion. Sie halten das Fell trocken, verändern aber nichts an der Körpertemperatur, was bei milden Nächten oder dickem Winterfell oft genau richtig ist.
100 Gramm, wie bei der OUTDOOR-DECKE RAGNA 600D 100 GSM, passt zu Pferden mit dichtem Fell oder zu milderen Temperaturen, in denen eine leichte Zusatzwärme reicht.
200 Gramm liefert deutlich mehr Wärme für kältere Phasen, etwa bei der Outdoor-Decke Thora 600D 200 GSM oder der Outdoor-Decke Dime 600D 200 Gramm. Beide eignen sich für Pferde mit dünnerem Fell oder für Ställe, in denen es auch tagsüber deutlich kälter wird.
Wie viel Füllgewicht ein ungeschorenes Pferd im Winter tatsächlich braucht, hängt zusätzlich von Fellzustand und Bewegungspensum ab. Dazu haben wir einen eigenen Ratgeber auf dem Blog.
OUTDOOR-DECKE THORA 600D 200 GSM
Worauf achte ich beim Material: Denier, wasserdicht, atmungsaktiv?
Die Denier-Zahl (D) beschreibt die Fadenstärke des Außengewebes einer Pferdedecke und damit die Reißfestigkeit, nicht die Wärme. Für die Wärmeleistung bleibt allein das Füllgewicht in Gramm zuständig.
600D Ripstop-Polyester, wie es bei der Outdoor-Decke Ragna 600D 100 GSM, der Outdoor-Decke Thora 600D 200 GSM und der Outdoor-Decke Dime 600D 200 Gramm verbaut ist, bietet einen soliden Kompromiss aus Gewicht und Robustheit für den Alltag auf der Weide.
1200D Ripstop bei der Outdoor-Decke Frida hat mehr Reserven bei Pferden, die sich viel wälzen oder mit anderen Pferden spielen und so mehr Zug und Reibung auf das Gewebe bringen.
Wasserdicht und atmungsaktiv sind zwei getrennte Eigenschaften, und beide sollten im Produkttext ausdrücklich stehen. Ein Außenmaterial kann wasserdicht sein, ohne Feuchtigkeit von innen nach außen abzugeben, und umgekehrt.
Die Outdoor-Decke Turi kombiniert ein wasserdichtes und atmungsaktives 600D Ripstop-Außenmaterial mit einem 50 GSM Fleecefutter, das zusätzlich Feuchtigkeit von der Haut wegleitet. Das macht sie zu einer Wahl für Pferde, die unter der Decke schnell schwitzen.
Welche Ausstattungsdetails machen eine Decke wirklich besser?
Widerristschutz entscheidet oft mehr über den Sitz einer Pferdedecke als das Füllgewicht, weil er genau an der druckempfindlichsten Stelle unter der Decke ansetzt. Ohne diese Aussparung oder Polsterung reibt der Stoff bei jeder Kopfbewegung am Knochen, was zu wunden Stellen führen kann.
Der doppelte Brustverschluss von Ragna und Thora lässt sich individuell nachstellen und verringert das Risiko, dass sich die Decke beim Grasen von selbst öffnet. Gerade Pferde, die viel mit gesenktem Kopf fressen, profitieren von dieser zweiten Verschlussebene.
Abnehmbare Beinschnüre halten die Decke bei Bewegung und beim Wälzen an Ort und Stelle, ohne bei ruhigeren Pferden unnötig zu spannen. Ein loses Halsteil ergänzt den Halsschutz, ohne die Passform am Körper zu verändern, weil es als separates Teil angebracht wird statt fest in die Decke integriert zu sein.
Ausstattungsdetails der Outdoordecken im Überblick
| Merkmal | Frida | Turi | Ragna / Thora | Dime |
|---|---|---|---|---|
| Widerristschutz | materialbedingt durch Ripstop-Verstärkung | materialbedingt durch Ripstop-Verstärkung | vorhanden | nicht angegeben |
| Kreuzbegurtung | nicht angegeben | nicht angegeben | fester Bestandteil, stabiler Sitz am Bauch | nicht angegeben |
| abnehmbare Beinschnüre | nicht angegeben | nicht angegeben | vorhanden | vorhanden |
| kombinierbares Halsteil | nein | nein | nein | ja, als separates Zubehör |
| Fleecefutter innen | nein | ja, 50 GSM | nein | nein |
Wer diese Tabelle mit der Outdoor-Decke Dime 600D 200 Gramm abgleicht, sieht schnell, ob ein austauschbares Halsteil den Ausschlag gibt oder ob Kreuzbegurtung und Widerristschutz bei Ragna und Thora wichtiger sind.
Wie pflege ich eine Pferdedecke, damit sie lange hält?
Eine Pferdedecke hält am längsten, wenn Schmutz und Sand vor jedem Waschgang grob ausgebürstet werden, denn eingearbeitete Partikel schleifen das Gewebe beim Waschen zusätzlich ab. Erst bürsten, dann waschen, nicht umgekehrt.
Das Ripstop-Außenmaterial gehört regelmäßig unter die Lupe, vor allem an Nähten und am Brustverschluss. Nach dem Weidegang mit anderen Pferden, wo Zähne und Hufe schnell einen Riss setzen, lohnt sich ein kurzer Rundgang mit den Augen, bevor die Decke wieder aufgezogen wird.
Klettverschlüsse vor dem Waschen immer schließen. Offen verhaken sie sich in anderen Textilien in der Maschine und reißen dabei kleine Fäden aus dem Gewebe.
Nach der Wäsche muss die Decke vollständig durchtrocknen, bevor sie wieder ans Pferd kommt. Restfeuchte im Gewebe beeinträchtigt die Wasserdichtigkeit und begünstigt Geruch und Stockflecken im Futter darunter.
Wer bei empfindlicher Pferdehaut auf Nummer sicher gehen will, achtet auf Innenfutter, das nach STANDARD 100 by OEKO-TEX geprüft ist. Das gibt zusätzliche Sicherheit, dass keine belastenden Rückstände im Stoff verbleiben, der direkt auf der Haut aufliegt.
Outdoordecken im Vergleich: Füllgewicht, Material und Einsatzbereich
| Decke | Außenmaterial | Füllgewicht | besonderes Merkmal |
|---|---|---|---|
| Outdoor-Decke Frida | 1200D Ripstop, wasserdicht, atmungsaktiv | nicht angegeben | robustes Außenmaterial für sehr aktive Pferde |
| Outdoor-Decke Turi | 600D Ripstop, wasserdicht, atmungsaktiv | 50 GSM Fleecefutter innen | leitet Feuchtigkeit von der Haut weg |
| OUTDOOR-DECKE RAGNA 600D 100 GSM | 600D Ripstop-Polyester | 100 Gramm | Kreuzbegurtung, doppelter Brustverschluss |
| OUTDOOR-DECKE THORA 600D 200 GSM | 600D Ripstop-Polyester | 200 Gramm | Kreuzbegurtung, doppelter Brustverschluss |
| OUTDOOR-DECKE DIME 600D 200 GRAMM | 600D Ripstop-Polyester | 200 Gramm | kombinierbar mit losem Halsteil |
Welche Outdoordecke passt jetzt zu meinem Pferd?
Steht Ihr Pferd überwiegend auf der Weide und Sie suchen ein robustes Rundum-Paket, greifen Sie zur Outdoor-Decke Ragna 600D 100 GSM oder, bei kälteren Ställen, zur Outdoor-Decke Thora 600D 200 GSM. Beide vereinen Widerristschutz, Kreuzbegurtung und abnehmbare Beinschnüre in einem 600D Ripstop-Material und decken damit den größten Teil der Weidehaltung ab.
Anders sieht es aus, wenn Sie zusätzlich ein austauschbares Halsteil möchten oder Ihr Pferd sich viel bewegt und ein robusteres Außenmaterial braucht. Dann ist die Outdoor-Decke Dime 600D 200 Gramm mit ihrem kombinierbaren Halsteil oder die Outdoor-Decke Frida mit 1200D Ripstop die passendere Wahl.
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, messen Sie die Widerristlänge Ihres Pferdes nach. Diese eine Zahl legt fest, welche der fünf Decken überhaupt in die engere Auswahl kommt.
Vor dem Kauf einer neuen Pferdedecke lohnt sich dieser kurze Check:
- Widerristlänge in Zentimetern messen, bevor Sie eine Deckengröße bestellen
- entscheiden, ob eine Outdoordecke oder eine Stalldecke zum Haltungsstil passt
- Füllgewicht in Gramm nach Fellzustand und Stalltemperatur wählen, nicht nur nach Kalenderdatum
- Denier-Zahl des Außenmaterials prüfen, besonders bei Pferden, die sich oft wälzen oder mit anderen spielen
- auf Widerristschutz, Kreuzbegurtung und abnehmbare Beinschnüre achten, wenn die Decke lange sitzen soll
- Decke nach dem Kauf einige Tage beobachten und auf Scheuerstellen an Schulter, Bauch und Beinen prüfen
- vor jeder Wäsche Klettverschlüsse schließen und die Decke vollständig trocknen lassen
Kann ich dieselbe Decke im Frühjahr und im Herbst nutzen?
Ja, dieselbe Outdoordecke lässt sich in beiden Übergangszeiten nutzen, solange das Füllgewicht zur jeweiligen Fellstärke passt. Im Herbst trägt das Pferd meist noch wenig Winterfell, sodass eine leichtere Fütterung ausreicht, während im Frühjahr bereits Haare wechseln und die Decke oft eher tagsüber abgenommen wird. Entscheidend ist, die Decke nach Wetterlage und Fellzustand ein- und auszuziehen statt starr an ein Kalenderdatum zu binden.
Muss ich unter der Outdoordecke zusätzlich eine Fleecedecke anziehen?
Nein, eine zusätzliche Fleecedecke ist bei den meisten Outdoordecken nicht nötig, wenn das Füllgewicht bereits zur Stalltemperatur passt. Zwei Decken übereinander machen vor allem bei Regen Sinn, wenn die äußere Schicht nass wird und eine trockene Lage darunter Feuchtigkeit von der Haut fernhalten soll. Bei trockenem, kaltem Wetter reicht in der Regel die passende Gramm-Füllung allein, ohne dass zusätzliches Gewicht die Bewegungsfreiheit an Schulter und Hals einschränkt.
Wie oft sollte ich am Tag kontrollieren, ob die Decke noch richtig sitzt?
Eine feste Tageszeit ist weniger entscheidend als der Anlass: Prüfen Sie den Sitz beim Anlegen und Ausziehen der Decke sowie nach dem Toben oder Wälzen auf der Weide, weil sich Bauchgurte und Beinschnüre dabei leicht verschieben. Bei einer neu gekauften Decke lohnt sich in den ersten Tagen zusätzlich ein Blick nach der Bewegung, um zu sehen, ob Kreuzbegurtung oder Beinschnüre noch straff genug sitzen, bevor sich das Pferd daran wund reibt.
Woran erkenne ich Scheuerstellen durch eine falsch sitzende Decke?
Scheuerstellen zeigen sich zuerst als kahle, aufgeraute Fellstellen an Schulter, Widerrist, Brust oder am Übergang zu den Beinen, oft noch bevor die Haut selbst gereizt ist. Verklebtes oder struppig stehendes Haar an genau diesen Stellen ist häufig das erste sichtbare Zeichen, gefolgt von geröteter oder warmer Haut darunter. Wer solche Stellen findet, sollte Größe, Gurtlänge und Beinschnüre der Decke noch einmal prüfen, bevor er sie wieder aufzieht, denn ein einmal wundgeriebener Bereich braucht oft mehrere Tage, um wieder komplett abzuheilen.
Brauche ich zusätzlich zur Decke ein Halsteil oder reicht der Deckenkragen?
Ein fester Deckenkragen reicht für die meisten Pferde aus, solange er eng genug anliegt, um Zugluft am Übergang zum Hals abzuhalten. Ein separates Halsteil lohnt sich vor allem bei sehr kaltem, windigem Wetter oder bei Pferden mit dünnem Fell am Hals, weil es zusätzliche Fläche abdeckt, die der Kragen allein nicht erreicht. Es lässt sich unabhängig von der Decke waschen und austauschen, was bei starker Verschmutzung durch Fressen am Boden praktisch ist.
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